Intel-Grafik statt Nvidia – Experiment fehlgeschlagen




Intel-Grafik statt Nvidia – Experiment fehlgeschlagen

Vor einigen Tagen habe ich den Versuch gestartet, auf meine dedizierte Nvidia-Grafikkarte zu verzichten und stattdessen die im Prozessor integrierte Intel-Grafik zu nutzen. Hintergrund war, dass ich die „Grafikpower“ nicht brauchte und den Stromverbrauchsvorteil von ca. 30 Watt nutzen zum Sparen nutzen wollte.

Leider ist dieses Experiment fehlgeschlagen und ich werde es abbrechen. Bei Office-Anwendungen und beim Browsing sind natürlich keine nennenswerten Unterschiede in der Performance festzustellen. Auch beim Arbeiten in Lightroom muss ich sagen, dass ich keine Unterschiede gespürt habe. Ich nutze ja immer noch Lightroom 5 und dort gibt es noch keine GPU-Unterstützung. Daher kann es auch keine Vorteile bei einer richtigen Grafikkarte geben.

Das gleiche dachte ich eigentlich auch von Photoshop, denn auch dort nutze ich nicht die aktuellste Version, sondern noch CS6. Und Photoshop CS6 nutzt nur bei sehr wenigen Filtern die GPU. Das liest man überall und gemeinhin wird gesagt, dass man für Photoshop nicht unbedingt eine dedizierte GPU benötigt. Von daher ging ich davon aus, dass der Verzicht auf die Grafikleistung auch kaum ins Gewicht fallen würde. Doch da habe ich mich ein wenig getäuscht. Zwar habe ich in dieser Zeit nicht sehr intensiv mit Photoshop gearbeitet und ich habe auch nirgends die Zeit gestoppt, aber dennoch laufen gewisse Dinge mit der Intel-Grafik deutlich spürbar langsamer ab.

Zum Beispiel arbeite ich gerne mit den Plugins von Topaz Labs. Und im Gegensatz zu Photoshop nutzen die Plugins die GPU in vollem Umfang. Ohne die GPU dauert das Berechnen in den Plugins um ein Vielfaches länger! Und ich rede hier nicht von ein paar Sekunden, sondern sogar Minuten. Teilweise stürzt das Plugin dabei sogar ab, weil die Intel-Grafik einfach nicht stark genug ist.

Aber auch in PS direkt, also unabhängig von der Nutzung von Plugins, sind einige Filter und Funktionen langsamer. Zum Beispiel sieht man beim Bereichsreparaturpinsel sogar einen Ladebalken, während Photoshop die Pixel verrechnet. Mit GPU habe ich den Ladebalken nie gesehen, die Verrechnung erfolgt direkt ohne Wartezeit. Und auch das Speichern eines Bildes mit mehreren Ebenen als PSD-Datei dauert spürbar länger.

Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass der Verzicht der GPU sich in Photoshop so bemerkbar machen würde. Aber nun bin ich halt schlauer. Und da der Stromvorteil jetzt nicht so weltbewegend ist, werde ich eben wieder die Nvidia-Grafikkarte anschließen. Naja, einen Versuch war es wert, oder etwa nicht?!



2016-02-10T15:46:48+00:00 10. Februar 2016|Keine Kommentare