Test Aukey EP-B4 Bluetooth-Headset

Vor ein paar Tagen hatte ich euch in einem Unboxing-Video bereits gesagt und gezeigt, dass ich mir die Bluetooth-Headset Aukey EP-B4 gekauft habe. Dort gibt’s auch ein paar weitere Infos, warum ich dieses Produkt gekauft habe etc. Die Kopfhörer bekommt man für ca. 20 €. Hier nun ein kleiner Testbericht nachdem ich sie nun einige Tage getestet habe.

Lieferumfang

Den Lieferumfang habt ihr bereits im Video gesehen. Neben den Kopfhörern liegen diverse Aufsätze für verschiedene Ohrengrößen vor sowie verschiedene Bügel bei, von denen einige auch für Sport geeignet sein sollen.
Ein kurzes USB-Ladekabel ist dabei, ein Netzteil aber nicht. Das wird vorausgesetzt, oder aber man lädt halt über einen PC oder Laptop mittels USB-Buchse. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Modellen aussieht, aber bei dem Preis kann man wohl auch nicht erwarten, dass da noch ein Netzteil dabei ist.
Als nettes Gimmick betrachte ich den Stoffbeutel, in dem sich die Kopfhörer verstauen lassen. Werde ich eher nicht nutzen, da die Kopfhörer täglich im Einsatz sind, aber wie gesagt, recht nett.
Insgesamt geht der Lieferumfang absolut in Ordnung. Das sollte für jeden was dabei sein, damit die Kopfhörer gut sitzen.

Aukey EP-B4

Haptik/Verarbeitung

Der Kopfhörer bzw. das Headset ist komplett aus Kunststoff. Demzufolge fühlt es sich auch etwas billig an, mir macht das aber nichts, denn ich hatte nichts anderes erwartet. Der Universalknopf sitzt gut und fest, die Wippe hat mir allerdings etwas zu viel Spiel und klackt demzufolge bei Betätigung, wie schon im Unboxing gezeigt. Das gefällt mir nicht so, aber ich denke nicht, dass da Grund zu Sorge besteht, dass die sich lösen könnte. Ansonsten gibt’s nicht viel zu sagen, man merkt halt, dass es ein Low-Budget-Headset ist.

Funktionen

Das Kopfhörer die Funktion haben, Sound auszugeben, ist wohl ziemlich klar. 🙂 Nebenbei befindet sich am rechten Knopf noch ein Mikro, telefonieren ist also auch kein Problem. Das macht das ganze ja auch erst zu einem Headset.
Der „Universalknopf“ – wie Aukey ihn nennt – dient bei längerem Drücken zum An- bzw. Ausschalten des Kopfhörers und zum Pairing. Mit kurzem Druck kann man die Wiedergabe pausieren bzw. fortsetzen. Hat man noch keine Musik am Gerät laufen, so startet mittels Druck auf den Knopf auch die Standard-Musik-App an letzter Stelle.
Außerdem befindet sich im Universalknopf auch eine kleine Leuchtdiode, die Infos über den Akkustand anzeigt.
Wird man angerufen, so dient der Universalknopf auch zum Annehmen des Gesprächs und später auch zum Auflegen.
Die Wippe ist natürlich für die Lautstärke da, hält man die Taste aber etwas länger gedrückt, so kann man auch zum nächsten bzw. vorherigen Titel springen. Auch ganz nett. Wobei ich es ein wenig unkomfortabel finde, während des Fahrradfahrens da am Gerät am Ohr rumzupulen. Aber das ist wohl bei allen so.

Klang

Wie ich in meinem Unboxing erwähnt habe, geht es mir bei dem Headset nicht um Klanggenuss. Ich bin mir sicher, da wäre ich mit etwas höherpreisigen Produkten besser beraten. Ich nutze die Kopfhörer nur, um mich auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zu unterhalten. Zumeist eben mit Hörbüchern, ab und zu auch Musik. Bei Hörbüchern spielt der Klang ohnehin eine eher untergeordnete Rolle, da ist fast nur die Lautstärke wichtig. Und die empfinde ich als absolut ausreichend. Mit den richtigen Aufsätzen werden Umgebungsgeräusche wirklich äußerst effektiv ausgemerzt, manchmal finde ich die Isolation fast schon zu gut, denn es kann ja nicht schaden, wenn man im Straßenverkehr etwas von der Umgebung mitbekommt. Daher muss man die Lautstärke gar nicht so weit aufdrehen, um alles zu hören und zu verstehen. Leider kommt es mir so vor, als wären die „Windgeräusche“ ziemlich laut. Gerade bei Gegenwind hört man recht deutlich, wie der Wind um die Knöpfe im Ohr herumpfeift. Das hatte ich bei den Kabelkopfhörern, die nicht so groß und weit aus dem Ohr herausragen, nicht. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob das ein generelles Problem von kabellosen In-Ears ist, oder ob es irgendwie am Material oder der Form liegt, aber anfangs habe ich das doch als störend empfunden. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, aber es bleibt für mich ein Minuspunkt.
Auch wenn der Klang für mich also keine Priorität hatte, so bin ich doch wirklich sehr positiv überrascht. Wirklich. Ich gehe sogar mal soweit und behaupte, der Klang ist super und kann sich sehen bzw. hören lassen. Die Bässe sind satt, der Klang allgemein klar. Lediglich die Höhen könnten für meinen Geschmack etwas differenzierter sein. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden. In Anbetracht des Preises würde ich wirklich sagen, dass der Klang richtig gut ist.

Telefonie

Mal ehrlich, wer telefoniert heute noch mit seinem Smartphone? Ich zumindest nicht sehr oft. Trotzdem wollte es der Zufall so, dass ich neulich beim Radfahren angerufen wurde. Und da habe ich dann direkt die Telefonie-Funktion getestet. Gespräch annehmen und auflegen geht wie gesagt mit dem Universalknopf. Ich konnte meine Frau trotz des Fahrtwindes gut verstehen und sie mich offensichtlich auch, denn wir konnten eine Unterhaltung führen. Das hat mir in dem Moment gereicht. Ansonsten will ich zur Sprachqualität nichts weiter sagen, dazu ist mein kurzer Test nicht ausreichend.

Komfort

Ich hatte noch nie Bluetooth-Kopfhörer, die natürlich aufgrund der verbauten Technik und des Akkus am Ohr etwas schwerer sind als kabelgebundene Kopfhörer. Daher habe ich auch keinen Vergleich. Aber ich finde, die Kopfhörer sitzen sehr gut und mit den richten Aufsätzen bzw. Bügel auch fest. Von alleine fallen die nicht raus. Trotzdem fühlen die sich etwas „groß“ und ungewohnt an am Ohr. Vielleicht gibt sich das mit der Zeit, vielleicht macht sich hier aber auch einfach der niedrige Preis bemerkbar.
Das Material des Verbindungskabels zwischen den Ohrknöpfen finde ich nicht gut gewählt. Es „klebt“ an der Haut am Hals fest und zieht dann beim Drehen des Kopfes (was ja nun beim Radfahren öfter vorkommt) an den Knöpfen, wobei die sich schon manchmal in den Ohren bewegen. Da ist dann doch die Gefahr, dass die vielleicht mal rausfallen können. Das hätte man sicher anders lösen können. Außerdem ist das Kabel auch recht lang – zu lang meiner Ansicht nach. Zwar bin ich recht schlank, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Leute soo einen dicken Hals haben, dass eine derartige Länge wirklich nötig ist. 🙂
Die Abdeckung für die Micro-USB-Buchse sitzt sehr fest. Das hat natürlich den Vorteil, dass die Buchse doch ziemlich wassergeschützt ist. Offiziell ist das Headset nicht wasserdicht, aber ich denke, dass normaler Regen kein Problem ist. Nachteil ist aber, dass sich die Abdeckung nur mit dem Fingernagel nicht öffnen lässt – auch nicht wenn er etwas länger ist. Da braucht man dann schon ein spitzes Werkzeug.

Laufzeit/Akku 

Die erste volle Akkuladung hat 12 Arbeitswege gehalten. Durchschnittlich brauche ich ca. 18 Minuten pro Strecke. Das ergibt etwa 3,5 Stunden. Zusätzlich habe ich mich einmal beim Unkrautjäten damit beschallen lassen, das wären auch ca. 2,5 Stunden. Insgesamt hat der Akku damit 6 Stunden gehalten, was ich als in Ordnung empfinde. Allerdings habe ich bisher hauptsächlich ein Hörbuch gehört. Bei Musik und entsprechend Höhen und Tiefen könnte sich die Zeit durchaus verkürzen.
Der vollständige Ladevorgang beträgt etwa 1,5 Stunden, was auch ganz akzeptabel ist.
Eher nicht so toll finde ich, dass man nicht gewarnt wird, wenn der Akku zur Neige geht. Bzw. erst so spät, dass es eben schon zu spät ist. Es wird nicht etwa 15 Min vorher gewarnt, sondern erst, wenn der Akku wirklich leer ist. Und dann kommt die Ansage alle 5 Sekunden, bis man das Ding ausschaltet. Da hätte ich mir eine zeitigere Warnung gewünscht, sodass man noch ein paar Minuten hören kann und eben bestenfalls noch das Ziel erreichen und dann laden kann.
Wird der Akku geladen, informiert ein kleines Lämpchen im Universalknopf den Ladezustand. Wenn der Akku nicht voll ist, leuchtet das Lämpchen rot/orange, ist der Akku dann vollständig geladen, ändert sich die Farbe zu blau hin. Dabei scheint die Farbe nur durch den „AUKEY“-Schriftzug auf dem Knopf durch, sodass es doch bei Tageslicht nur schwer zu erkennen ist.

Fazit oder neudeutsch tl;dr 

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Aukey Bluetooth-Headset EP-B4. Das Headset ist leicht, bequem im Ohr und hat alle Funktionen, die man so braucht. Der Lieferumfang ist üppig, ein Netzteil fehlt jedoch. Die Laufleistung ist mit 5-6 Stunden OK, denke ich. Der Klang hat mich sehr positiv überrascht, obwohl ich quasi keine Erwartungen hatte, ist der Klang wirklich überzeugend. Telefonieren klappt offenbar auch problemlos. Auch die Isolation der Umgebungsgeräusche ist äußerst gut.
Es gibt aber auch ein paar kleine Minuspunkte, wie die nicht wirklich hochwertige Verarbeitung, das „Festhaken“ des Verbindungskabels an der Haut am Hals oder auch die Windgeräusche, die das Headset gerade bei Gegenwind umspielen.
Bei einem Preis von ca. 20 € muss man natürlich diverse Abstriche und Kompromisse in Kauf nehmen. Das Headset ist nicht perfekt, macht aber in Anbetracht des Preises eine überaus überzeugende Figur. Ich kann es jedem empfehlen, der in etwa die gleichen Anforderungen hat wie ich und nicht mehr Geld ausgeben möchte.

2017-12-13T10:17:00+00:00 20. August 2016|Keine Kommentare