Nur Gemüse zu Mittag – Ein Selbstversuch

Seit gut einem Monat esse ich unter der Woche – also im Büro – nur noch Gemüse zu Mittag. Was anfangs noch als kurzer Test gedacht war, ist mittlerweile fast normal geworden.

Zwei warme Mahlzeiten pro Tag

Dadurch dass mein Sportmuffel-Bruder seit einiger Zeit plötzlich doch den Sport für sich entdeckt hat und mit einhergehend auch stärker auf seine Ernährung achtet, habe auch ich angefangen, mir lose Gedanken über das zu machen, was ich jeden Tag esse. Ich bin jetzt nicht wirklich tief in das Thema eingedrungen, aber eins war klar: Ich esse zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse. Oft hört davon, dass man pro Tag fünf Portionen Obst und Gemüse essen sollte. Das habe ich wohl nur in den seltensten Fällen erreicht. An vielen Tagen habe ich sogar gar kein Gemüse gegessen.

Da meine Frau und ich beide berufstätig sind und ich eben mittags nicht zu Hause bin, wird bei uns abends frisch gekocht und auch warm gegessen. In der Regel bleibt davon etwas übrig, was wir dann beide am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen, um dort ein Mittagessen zu haben. So hatte ich also jahrelang quasi zweimal am Tag eine warme Mahlzeit. Was ich aber nicht als schlimm empfunden habe und auch immer noch nicht tue. Allerdings hatte ich dadurch weniger Kapazitäten für das gesunde Zeug – also Obst und Gemüse. Natürlich bin ich mir bewusst, dass es auch warme Gemüsegerichte oder generell warmes gesunden Essen gibt. Aber ich wollte eben weg von den zwei warmen Mahlzeiten.

Gemüse, Gemüse, Gemüse

Daher habe ich mich dazu entschlossen, eine Zeit lang auf das warme Mittagessen im Büro zu verzichten und stattdessen einfach nur Obst und Gemüse zu essen. Meine Frau und auch ein paar Freunde, denen ich davon erzählte, haben mir nicht zugetraut, das lange durchzuziehen. Und ehrlich gesagt, ich mir selbst auch nicht. Aber wie eingangs erwähnt – ich mache das jetzt bereits seit über vier Wochen und fühle mich gut dabei. Meine Kollegen gucken mich immer noch voller Mitleid an, wenn sie ihr Essen in die Mikrowelle stellen – aber hey, ich will es ja so.

Ich will aber klarstellen, dass es mir dabei nicht um Gewichtsreduzierung oder so geht. Klar, wenn dadurch ein paar Pfunde purzeln würden, wäre das willkommen, aber da ich (noch) normalgewichtig bin, war das nicht mein Ziel. Ich wollte mir einfach einreden können, mich ein wenig gesunder zu ernähren. 🙂

(Es wäre wohl besser, die Gemüsemahlzeit abends zu haben und stattdessen das warme Essen zu Mittag, aber das lässt sich nicht wirklich machen. Dann müssten wir abends kochen und das Essen erstmal stehen lassen, um es dann am nächsten Tag zu essen. Es wäre also immer aufgewärmt und nie wirklich frisch, und das wollten wir auch nicht.)

Folgen

Tatsächlich habe ich in diesen vier Wochen ca. 1,5 kg abgenommen bzw. an Gewicht verloren. Ob das jetzt wirklich damit zusammenhängt oder ob es einfach nur natürliche Schwankungen sind – keine Ahnung. Aber 1,5 kg sind quasi nichts. Auch sonst kann ich an mir keine besonderen Änderungen feststellen. Ich fühle mich körperlich weder schlechter noch besser, auch meine Laune ist nachmittags dadurch nicht schlechter, meine Haut ist nicht anders etc. 🙂 Was aber anders ist: So gegen 17:00 Uhr kommt langsam das Hungergefühl. Das hatte ich so nie wirklich, wenn ich mittags eine deftige Mahlzeit hatte. Das ist aber nichts, was ich schlecht finde; im Gegenteil macht es Appetit und das Abendessen schmeckt umso besser.

Perpektive

Wie lange ich das so durchhalte – ich weiß es nicht. Ich mache mir da auch keinen Druck, da es nichts ist, was ich mit aller Macht tun muss und mir aufzwingen will. Für den Moment allerdings komme ich mit der Gemüsemahlzeit zu Mittag sehr gut zurecht und es gefällt mir so. Das kann aber nächsten Monat wieder anders sein. So riesig groß ist die Auswahl an Gemüse, dass man so roh essen kann und das mir schmeckt, nicht wirklich. Wer weiß, wann es mir zum Halse raushängt und ich mir etwas neues überlegen muss …

Energie

Der Frühling beginnt erst und so ganz viel habe ich nach der Arbeit im Büro zuhause im Garten nicht gemacht. Ich bin gespannt, wie ich mich fühlen werde, wenn da vielleicht die ein oder andere Arbeit ansteht. Ob mir irgendwie was fehlen wird, ob ich mich vielleicht kraftloser fühlen werde. Da es viele Vegetarier gibt, die ja nur Gemüse essen und trotzdem gut durchs Leben kommen, glaube ich nicht, dass mir etwas fehlen wird. Aber man weiß nie.

Fazit

Vier Wochen lang nur Gemüse zu Mittag zu essen (unter der Woche) habe ich jetzt hinter mir. Wirklich was zum Positiven verändert hat sich bei mir nicht. Der leichte Gewichtsverlust ist zu vernachlässigen. Aber da ich auch keine negativen Folgen spüre, werde ich erstmal so weitermachen. So komme ich immerhin auf eine vernünftige Menge an Obst und Gemüse, das ich täglich esse und kann mir einreden, auch etwas Gesundes zu essen. 🙂

2018-04-12T15:25:31+00:0012. April 2018|Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Für ein optimales Nutzererlebnis verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung. Verstanden