Tumor im Rückenmark – Erfahrungsbericht Teil 21

Kurzer Zwischenstand

Seit der letzten Untersuchung und der tollen Nachricht, habe ich jetzt wieder eine ganze Zeit lang nichts Neues mehr zum Zustand meiner Frau geschrieben. Warum? Nun, weil ich denke, dass es nichts zu erzählen gibt. Ist das gut oder schlecht? Wir empfinden das eher als positiv. Wichtig ist, dass keine unvorhergesehenen Dinge eintreten, die uns wieder aus der Bahn werfen. Und das ist derzeit nicht der Fall. Gott sei Dank.

Und was die Veränderungen in die richtige Richtung angeht – da habe ich ja bereits mehrfach gesagt, dass es schwierig ist, da was an einzelnen Ereignisse oder so festzuhalten, denn die Entwicklung ist so schleichend, dass man Verbesserungen gar nicht aktiv als solche wahrnimmt. Aber ein paar Sachen kommen mir da doch in den Sinn, die ich hier jetzt erwähnen will, weil sie uns zeigen, dass sich auch nach über 1,5 Jahren offenbar noch etwas tut in der Regeneration der Nervenstränge.

Seit ein paar Wochen hat meine Frau einen anderen Physiotherapeuten, da ihre bisherige Therapeutin aufgrund von Schwangerschaft erstmal länger ausfällt. Sie war erst traurig, denn sie war sehr zufrieden und wollte dort eigentlich keine Veränderung. Aber es hat auch was Gutes, denn ihr neuer Therapeut geht die Sachen natürlich etwas anders an. Ob schlechter oder besser, darüber will ich mir kein Urteil bilden, aber eben anders. Jeder hat schließlich seinen eigenen Stil und eigene Erfahrungen. Ob das jetzt auf die neuartige Behandlung zurückzuführen ist, lässt sich natürlich nicht sagen, aber es scheinen in den letzten Wochen doch ein paar Dinge im Körper meiner Frau aktiviert worden zu sein.

Gefühl/Empfinden

Wie bekannt hat sie kaum Empfinden in den Beinen, sie spürt also keinen Schmerz. Neulich meinte sie aber plötzlich, dass sie einen Mückenstich hat – und dass der juckt. Bisher hat sie sowas gar nicht wahrgenommen. Tja, kann auch gut sein, nichts zu spüren. 🙂
Und dann gleich noch etwas zum Thema Gefühle in den Beinen: Sie stand vor ein paar Tagen am Fenster und hat gespürt, dass der Heizkörper warm war. Auch das Heiß-/Kaltempfinden hatte sie seit den OPs im rechten Bein gar nicht mehr.
Das sind so kleine Dinge, die dann doch irgendwo erwähnenswert sind, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Denn sie geben Hoffnung!

Kraft/Fitness

Natürlich ist sie schon ziemlich fit, kein Vergleich mit den Wochen und Monaten nach der OP. Aber auch das geht so schleichend, dass man es im Alltag kaum bemerkt. Anfangs klappte z.B. das Fahrradfahren gar nicht, mittlerweile kommt sie die kleinen „Berge“ bei uns an guten Tagen relativ locker rauf und runter. Das haben wir beide eine Zeit lang ehrlich gesagt nicht mehr für möglich gehalten.

Außerdem haben wir vor Kurzem bei uns im Garten drei 2 x 2 m große Gabionenkörbe aufgestellt und jetzt mit Steinen befüllt. Die erste Gabione haben wir beide komplett alleine geschafft. Und das bedeutet immerhin, 1,5 Tonnen Steine erstmal von A in der Schubkarre nach B zu transportieren, dort dann in Eimer zu füllen und dann schließlich in die Körbe zu werfen. Gut, die Schubkarre schieben und das Befüllen von der Leiter aus habe natürlich ich übernommen, aber sie hat schon sehr viel Steine und damit Gewicht bewegt. Nachher hatte sich Rückenschmerzen, aber es ging gut. (Und nebenbei bemerkt: Rückenschmerzen hatte ich danach auch.) 😉

tumor

So sieht unser gemeinsames Werk aus – da kann sie wirklich stolz auf ihre Arbeit sein

So, das soll es jetzt aber auch gewesen sein. Wie eingangs gesagt sind das keine bahnbrechenden Fortschritte für einen Außenstehenden – und wir selbst nehmen sie im Alltag auch nicht bewusst als solche wahr. Aber es sind doch Zeichen, über die wir uns sehr freuen und die uns zeigen, dass es immer noch weiter voran geht.

Doch dann kam wieder ein Knall!

2017-12-11T15:14:12+00:00 21. April 2017|Keine Kommentare