Hast du schon mal was von einem Kaffee gehört, der von aus Katzenkot gewonnen wird? Klingt abartig? Allerdings! 🙂

Katzenkot? Ernsthaft?

Als ich vor ein paar Jahren erstmals von einem „Katzenkaffee“ gehört habe, war Ekel die erste Reaktion. Gab es tatsächlich Leute, die Kaffee trinken, bei dem die Kaffeebohne bereits durch den Verdauungstrakt einer Katze gewandert war? Also die Kaffeebohne quasi Katzenkacke ist?

Ja, solche Leute gibt es wohl tatsächlich. Und natürlich ist die Kaffeebohne kein Kot, sondern wird von den Katzen nur „angedaut“ und als intakte Bohne ausgeschieden. Und danach natürlich (oder hoffentlich) gründlich gereinigt. Trotzdem hörte sich das alles ziemlich unappetitlich an.

Das besondere an dem Kaffee soll dann aber der Geschmack sein. Dadurch, dass die Bohne im Magen der Katze „angedaut“ wird, sollen die Bitterstoffe verschwinden. Und der Kaffee besonders bekömmlich werden.

Preis

Wer den Katzenkaffee probieren möchte, wird schnell feststellen, dass „einfach mal so“ gar nicht mal so einfach ist. Denn der Preis ist gesalzen. Ein Kilo kostet mal eben 1.000 €. Das kommt daher, dass die „Ernte“ ziemlich mager ausfällt. Von 30 kg Kaffeebohnen bleiben im Endeffekt nur 1 kg übrig, der auch verkauft werden kann. Außerdem bedeutet es viel Arbeit, den Kaffee weiterzuverarbeiten und die Tiere zu pflegen. Es bleibt also ein ziemlich exklusiver Genuss. Und wohl nur echte Kaffeegenießer würden überhaupt auf die Idee kommen, so viel Geld für Kaffee auszugeben.

Mir geht es natürlich genau so. Zwar ist der Gedanke an diesen Kaffee eher abstoßend und ich bin auch kein echter Genießer. Dennoch reizte es mich, ihn zu probieren, um einfach mal etwas Ausgefallenes zu tun. Aber diesen Preis war es mir nicht wert. Mein kleiner Bruder hatte das aber mitbekommen und mich zu meinem Geburtstag mit 50 g Kopi Luwak überrascht. Echt eine coole Sache und ein großes Dankeschön an ihn.

kaffee

Zubereitung

Ein paar Tage später habe ich mich dann auch getraut und die kleine Packung ehrfürchtig geöffnet. Am Geruch konnte ich jetzt nicht den riesigen Unterschied zu normalem Kaffee feststellen. Aber das ist ja auch nicht entscheidend; der Geschmack zählt. (Bei meiner zweiten Tasse habe ich den Geruchstest nochmal gemacht und direkt mit anderem Kaffee verglichen: Es ist doch ein deutlicher Unterschied. Der Kopi Luwak riecht süßlich und gar nicht „streng“.) Also habe ich mir den Kaffee zubereitet. Eine Kaffeemaschine wird nicht empfohlen, daher habe ich das Pulver traditionell mit Filter und heißem Wasser aufgebrüht. Die empfohlene Menge Pulver steht leider nicht auf der Verpackung, aber irgendwo habe ich was von 15 g Kaffee auf 200 ml Wasser gelesen und daran habe ich mich auch gehalten. Um nur den Kaffeegeschmack beurteilen zu können, habe ich natürlich auf Milch und Zucker verzichtet. Außerdem stand das was von ca. 3 Minuten ziehen lassen.

Purer Genuss?

Aber so wie es halt ist: Ich war ungeduldig und habe direkt einen Schluck genommen. Da war ich etwas enttäuscht. Zwar war der Kaffee auf der Zunge und am Gaumen wirklich mild, aber hinten im Rachen machte sich doch ziemliche Bitterkeit breit. Meine Frau hat auch probiert und meinen Eindruck bestätigt. Also habe ich doch mal etwas abgewartet. Und siehe da, nach kurzer „Ziehzeit“ entfaltet der Kaffee wohl sein wahres Ich. Denn jetzt schmeckte er viel besser! Er war wirklich sehr mild, und auch der bittere Nachgeschmack war vollständig verschwunden. Da der Kaffee jetzt auch leicht abgekühlt war, konnte ich ihn auch besser auf der Zunge halten und länger schmecken. Nun hat sich dann auch eine besondere fruchtige und leicht schokoladige Note entfaltet. Da ich kein Kaffeetester bin, fehlen mir hier die richtigen Worte. Aber festzuhalten ist: Der Kopi Luwak ist wirklich ein richtig leckerer Kaffee und was ganz Besonderes!

Fazit

Ja, der Katzenkaffee Kopi Luwak ist wirklich was Besonderes. Zum einen ist der Geschmack hervorragend und exklusiv, zum anderen macht ihn der Preis auch unfreiwillig zu etwas einzigartigem. Aber das ist auch der Punkt. So viel ist mir kein Kaffee wert. Daher werde ich mit viel Genuss meine drei noch verbleibenden Tassen Kaffee trinken, aber das war es dann auch. Selbst kaufen würde ich mir den Kaffee nie. Aber falls man mal ein ausgefallenes Geschenk für einen echten Kaffeeliebhaber sucht, könnte das eine gute Idee sein.