Tumor im Rückenmark – Erfahrungsbericht Teil 14

Erste Nachuntersuchung

Am 12.11. steht die erste Nachuntersuchung in Münster an. Die angepeilten drei Monate sind rum. Erst jetzt wird sich zeigen, ob sich das alles wirklich gelohnt hat, ob es das alles wert war. Angst macht sich wieder bei uns breit. Nicht so, wie vor der OP, aber doch. Es geht langsam aufwärts mit ihr, das „normale“ Leben kommt gerade immer mehr zurück. Was ist, wenn die Untersuchung ergibt, dass der Tumor wieder wächst? Es konnte ja leider nicht alles entfernt werden. Was, wenn man uns mitteilt, dass wir all das, was wir gerade durchmachen, in absehbarer Zeit erneut erleben müssen? Diese Ungewissheit macht uns schon Tage vorher zu schaffen, wir wissen einfach nicht, was uns erwartet.

Erst steht das MRT an, danach das Arztgespräch. Die Wartezeiten sind recht akzeptabel, dennoch kommen sie uns wie Ewigkeiten vor. Positive und negative Gedanken führen einen Krieg in meinem Kopf. Das ist die eine Stimme:

Alles ist gut, es muss gut sein. Die Ärzte haben doch alles gegeben. Der Tumor ist doch bisher auch nur so langsam gewachsen, da kann noch nichts Frisches sein.

Die andere Stimme allerdings spricht das Schlimmste aus:

Der Tumor ist leider wieder stark gewachsen; da der Hohlraum im Rückenmark schon vorhanden ist, geht es jetzt deutlich schneller. Sie müssen leider damit rechnen, in ein paar Jahren erneut operiert werden zu müssen.

So geht es die ganze Zeit. Alle Ablenkung hilft nicht wirklich.

Dann endlich sind wir im Arztzimmer, wo es gleich die erste kleine Ernüchterung gibt. Diese erste Nachuntersuchung gibt noch keinen richtigen Aufschluss, vielmehr kann sie nur als Ausgangs- und Vergleichspunkt für die nachfolgenden Untersuchungen angesehen werden. Dabei hatten wir uns so erhofft, dass man uns einfach nur sagt: Alles wunderbar!
Aber dann folgen die guten Nachrichten. Zwar sollten diese ersten Bilder wie gesagt nicht zu hoch gehängt werden, dafür ist der Zeitraum einfach zu klein, aber dennoch sagt man uns genau das, was wir uns zu hören erträumt haben:

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass dort irgendetwas wieder gewachsen ist!

Es gibt sogar eine echte Neuigkeit: Erstmals hören wir, dass sich nicht nur ein Tumor, sondern auch eine Zyste im Rückenmark befunden hat. Und die Zyste ist es, von der noch ein kleiner Teil vorhanden ist, der Tumor als solches ist komplett weg. Und dass dieser Rest der Zyste wieder anfängt zu wachsen, kann zwar nicht ausgeschlossen werden, ist aber sehr unwahrscheinlich. Aussagekräftiger wird die Diagnose erst bei der nächsten Kontrolle. Die Syrinx, also der Hohlraum im Rückenmark, hat sich sogar um einiges zurückgebildet. Das ist auf jeden Fall toll. Zusammenfassen lässt sich diese erste Nachuntersuchung wohl wie folgt:

Bitte nicht überbewerten, aber es gibt keine Anzeichen von erneutem Wachstum. Die Syrinx ist kleiner geworden. Also alles planmäßig.

Man kann sich wohl denken, welch ein großer Stein uns Beiden da vom Herzen fällt. Wir sind so erleichtert!

Im nächsten Teil erzähle ich einfach von ein paar zusammenhangslosen Zwischenschritten.

2017-12-13T09:54:09+00:00 20. August 2016|Keine Kommentare