Tumor im Rückenmark – Erfahrungsbericht Teil 17

Zweite Nachuntersuchung

Am 19.05. steht die zweite Kontrolle an. Seit der letzten Untersuchung ist also ziemlich genau ein halbes Jahr vergangen. Diese Untersuchung soll weitaus mehr Aufschluss bringen. Wie schon gesagt ist die erste Untersuchung als Ausgangspunkt für alle weiteren zu sehen. Jetzt wird sich also zeigen, ob sich der Tumor bzw. die Zyste seit den OPs verändert hat.

Im Grunde fühlt man sich fast so wie vor der letzten Untersuchung. Auch wenn man sich damals sagte: ‚Beim nächsten Mal können wir ja nun etwas ruhiger sein, es scheint sich ja nichts zu verschlimmern!‘, so macht sich doch wieder Sorge und Ungewissheit breit. Eine Garantie hat man leider nicht. Wer weiß schon, wie genau sich jeder (Fremd-)Körper verhält.

Also wieder die Fahrt nach Münster, wieder ein MRT mit anschließendem Arztgespräch, wieder Wartezeiten, die einem aufgrund der Gedanken sehr lang erscheinen. Was werden wir gleich hören?

Gott sei Dank hören wir im Grunde genau das, was wir auch hören wollen.

Der Tumor, der entfernt worden war, hat sich nicht wieder entwickelt; die Zyste, von der ein kleiner Rest dringeblieben ist, hat sich nicht verändert, ist also nicht wieder gewachsen.

Sehr gute Nachrichten soweit.

Man hatte auch gehofft, dass sich die Syrinx noch weiter zurückbildet, jetzt wo ein Großteil des Fremdkörpers weg ist, diese Hoffnung hat sich jedoch leider nicht erfüllt. Ein Grund zur Besorgnis sei das wohl nicht direkt, denn primär ist wichtig, dass eben kein Wachstum mehr stattfindet, aber trotzdem soll die nächste Untersuchung jetzt doch wieder in einem halben Jahr stattfinden statt wie planmäßig vorgesehen erst nach einem ganzen Jahr. Die Syrinx, also der Hohlraum im Rückenmark, kann dafür verantwortlich sein, dass in den Beinen immer noch so wenig Gefühl ist. Deswegen wäre es schon wünschenswert, wenn sie sich doch in der nächsten Zeit noch etwas zurückbildet.

Große Hoffnungen, dass sie beide Beine irgendwann wieder komplett spüren wird, werden uns nicht gemacht. Gerade links, wo der Tumor ja bereits Schaden angerichtet hatte, ist es eher unwahrscheinlich. Rechts hingegen sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben; da dort jetzt kein „direkter“ Schaden war, ist gut möglich, dass sich die Nerven über die Zeit wieder regenerieren. Da ist es aber absolut unmöglich, ein Zeitfenster anzugeben, es kann also durchaus noch Jahre dauern.

Wegen der Syrinx bleibt natürlich leider ein ganz kleiner fader Beigeschmack, aber wir sind doch sehr glücklich, dass es keine Anzeichen von erneutem Wachstum gibt! Jetzt können wir wieder etwas ruhiger sein – zumindest bis zur nächsten Untersuchung.

Und die lässt natürlich nicht lange auf sich warten, mehr davon in Teil 18.

2017-12-12T14:56:04+00:00 23. September 2016|Keine Kommentare