Tumor im Rückenmark – Erfahrungsbericht Teil 6

Die passende Klinik – Münster!

Minden war es also nicht, den Grund könnt ihr hier nochmal nachlesen. Natürlich empfiehlt der Arzt aber auch auf Nachfrage keine andere Klinik. War klar. Schließlich sehen die sich selbst als beste Adresse. Also informiere ich mich selbst. Im Internet und auch bei Freunden, von denen einige im medizinischen Bereich arbeiten. Schön wäre es, wenn die Klinik nicht allzu weit entfernt ist, aber wenn Hoffnung auf eine gelungene OP besteht, ist natürlich kein Weg zu weit.

Erster Versuch ist eine Klinik in Bielefeld, die uns von einer Bekannten empfohlen wird. Also rufe ich dort an.

„Privat oder Kasse? Kasse? Dann frühestens in fünf Jahren.“

Oder so. Also nicht. Ist mir auch zu blöd, so abgewatscht zu werden. Was dazu kommt: Als ich der Schwester unser „Problem“ geschildert hatte, meint sie zunächst, ich wäre in der Neurochirurgie falsch und sie will mich schon abwimmeln, zufällig läuft aber wohl gerade ein Arzt vorbei, es ist eine Stimme im Hintergrund zu hören. Plötzlich Musik, sie spricht mit ihm, dann ist sie wieder da und meint, ich wäre doch richtig. Man kann sicher nicht alles wissen, es ist aber nicht unbedingt vertrauenerweckend, wenn die Schwestern nicht mal wissen, was genau auf ihrer Station so passiert …

Zweiter Versuch ist die Uniklinik Münster. Sehr netter Kontakt, nach kurzer Darstellung unserer Lage bekommen wir auch gleich einen Termin für das Arztgespräch, der wider Erwarten sogar ziemlich zeitnah ist, nämlich am 25.06.2015. Da fühlt man sich gleich ernst genommen. Das Arztgespräch selbst war richtig gut, erhellend und vor allem – ermutigend! Das Wichtigste: In den letzten Wochen wurde genau diese OP mehrmals durchgeführt, allesamt erfolgreich. Das macht Mut. Auch nach Ansicht der Bilder ist der Arzt guter Dinge, dass es auch hier noch nicht zu spät ist. Natürlich wird uns auch hier klargemacht, dass ein hohes Risiko nicht geleugnet werden kann. Aber die Chance, dass alles gut geht und sie nicht querschnittsgelähmt wird, ist auch sehr hoch. Wir berichten von unserem Gespräch in Minden im Hinblick auf das Thema Rollstuhl. Der ist hier aber sogar gar kein Thema. Man geht höchstens von einer eingeschränkten Mobilität. Auch bei erfolgreicher OP wird es aber voraussichtlich eine kleine Verschlechterung geben. Mit Glück nur zeitweise, aber es ist durchaus möglich, dass sie ihr ganzes Leben lang hinken wird oder so.

Aber grundsätzlich sieht man keinen Grund, warum sie nicht wieder weitestgehend gesund werden soll.

Das sind doch mal ganz andere Aussichten. Und in Anbetracht der Risiken und Umständen kann man mit einer eingeschränkten Mobilität sicher leben.

Hinzu kommt – und das ist ja auch nicht gerade unwichtig -, dass die OP von Professor Dr. Walter Stummer vorgenommen wird, der als echter Experte und als weltweit einer Besten auf diesem Gebiet gilt. Nicht umsonst ist er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) und absolut renommierter Fachmann. Wenn man weiß, dass man sich in solche Hände begibt, kann man doch zumindest ein wenig ruhiger sein, denn es ist halt nicht „irgendein“ Arzt.

Dritter Versuch ist Heidelberg. Laut Internetrecherche auch eine Top-Adresse für einen derartigen Eingriff. Auch dort bekommen wir ohne Probleme einen Termin, der allerdings erst Ende Juli ist. Da wir aber während dieser Zeit bereits in Münster waren und wir uns dort sehr gut aufgehoben gefühlt haben, haben wir diesen Termin dann doch nicht wahrgenommen.

Im nächsten Teil schreiben wir etwas über die Zeit bis zur OP. Keine einfache Zeit.

2017-12-13T14:19:04+00:00 21. April 2016|Keine Kommentare