Tumor im Rückenmark – Erfahrungsbericht Teil 24

Beginn der Reha und banges Warten

Nach erfolgreicher OP und Entfernung des Tumors sollte sie wieder in die Reha. Ursprünglich – bevor das mit der erneuten OP feststand – war eine Kur geplant und der Antrag war quasi schon raus, aber daraus wurde dann jetzt nichts. Die Reha begann am 08.08. In der Zwischenzeit war sie eine Woche zuhause.

Aber es standen ja auch noch die beiden MRTs an, vom Kopf und vom Rücken, sowie die OP-Nachbesprechung. Ich hatte mich gewundert, warum auch ein MRT vom Kopf gemacht werden sollte. Man wolle sichergehen, dass nirgends mehr was ist, hieß es. Nun gut, erst später wurde mir der Grund wirklich klar.

Die MRTs fanden leider an verschiedenen Tagen statt, offenbar muss das Gerät dafür umgebaut werden, was etwas Zeit dauert. Also mussten wir zweimal nach Münster fahren. Am Freitag nach dem zweiten MRT stand dann das Arztgespräch statt, in dem auch die Fäden gezogen wurden.
Die gute Nachricht: Weder im Rücken noch im Kopf gibt es irgendwelche Anzeichen von Fremdgewebe bzw. Tumoren. Der Tumor im Rücken konnte restlos entfernt werden. Das klang schon mal sehr gut.

Allerdings blieb es nicht bei dieser guten Nachricht.

Die Pathologie konnte leider auch nach über einer Woche keine Aussage dazu treffen, ob der Tumor gut- oder bösartig war.

Das war schon wieder ein mittelschwerer Schock für uns. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Für uns war eigentlich klar: Der Knubbel wurde entfernt und damit gut. Leider nicht. Die Verzögerung und die schwierige Einordnung des Gewebes musste natürlich nicht zwingend darauf hindeuten, dass es bösartig ist, aber in der Regel ist das kein gutes Zeichen. Und dann wurde auch klar, warum unbedingt ein MRT vom Kopf gemacht werden sollte: Wenn der Tumor bösartig wäre, könnte er auch „nach oben“ in den Kopf gestreut haben …

Wir sollten am nächsten Freitag telefonisch Nachricht bekommen. Also wieder warten. Eine ganze Woche! Man kann sich vorstellen, wie es uns ging. Wie bereits gesagt, der Gedanke an was Bösartiges ist uns gar nicht in den Sinn gekommen, und jetzt das. Da gehen die Gedankenspiele wieder los. Im schlimmsten Fall hätte das alles noch einmal eine ganz andere Dimension bekommen. Das Wort Krebs schwirrt im Kopf herum. Weitere Therapien hätten angestanden und und und … Mir ging es gar nicht gut und ich habe mich vom Arzt für eine Woche krankschreiben lassen.

Eine ganze Woche also wieder warten. Und hoffen. Und grübeln. Meine Frau habe ich wie oben geschrieben zur Reha gebracht. Auch da fragte wir uns, ob die überhaupt einen Sinn hat. Bei bösartigem Tumor wäre doch eh alles egal. Aber gut, noch haben wir ja keine Gewissheit.

Freitag am frühen Nachmittag kam dann endlich der Anruf vom Klinikum: Entwarnung! Gott sei Dank! Offenbar handelte es sich bei dem Knubbel gar nicht um einen klassischen Tumor, sondern um eine Entzündung. Woher die kam, konnte niemand sagen, vermutlich eine Reaktion auf die Naht bzw. einen Fadenrest von der letzten OP. Wie auch immer. Für den Moment spielt das keine Rolle. Wir sind einfach nur glücklich. Alle „Was wäre wenn“-Gedanken sind nun hinfällig. Das Leben kann wie gewohnt weitergehen.

Jetzt macht ihr sogar die Reha mehr Spaß, wo sie weiß, dass es ihr wirklich etwas bringen wird. Und sie fühlt sich dort auch sehr gut aufgehoben. Hat viele Anwendungen und spürt, dass es ihr wirklich weiterhilft. Auch mir geht es jetzt wieder super. Ich weiß, dass es meiner Frau bald wieder gutgehen wird. Und das ist wunderbar. 🙂

2017-12-18T14:29:47+00:00 21. August 2017|Keine Kommentare

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